Thomas Mann gilt als Inbegriff der Hochkultur, als Instanz der Differenzierung, als Pr fstein des gebildeten Lesens. Doch was wirkt in diesem Werk tats chlich, wenn man es nicht als Monument betrachtet, sondern als System von Verfahren, das Zeit dehnt, Sinn ordnet und Tradition in Gegenwart verwandelt? Dieses Buch verfolgt Thomas Mann nicht ber Anekdoten und Kurzzusammenfassungen, sondern ber die Mechanik seiner Wirkung: ber Komposition, Leitmotiv, Ironie, Bildungsdisziplin und jene stille Autorit t des Erz hlens, die aus Literatur eine Form kultureller Selbstregierung macht. Herold zu Moschdehner legt eine literaturwissenschaftliche Untersuchung vor, die Thomas Mann als Format versteht, als Infrastruktur des Bedeutens, deren Nachleben weniger in Zitaten liegt als in den Regeln, nach denen Kultur sich selbst f r wichtig erkl rt. Ein Buch f r Leser, die nicht nur verstehen wollen, was Thomas Mann schrieb, sondern weshalb sein Schreiben bis heute Denken, Lesen und Urteil formatiert.