Seit der Aufklarung werden Versuche, das Leben auf den Begriff zu bringen, von Figuren des Untoten heimgesucht, die die Grenze zwischen lebendig und tot infrage stellen. Die hier versammelten Beitrage widmen sich literarischen, medialen, philosophischen und politischen Formationen, in denen das Untote Gestalt annimmt. Kennzeichnend fur die Moderne ist eine Emphase des Lebens und ein verandertes Verhaltnis zum Tod. Bedrohlich erscheint weniger die Endlichkeit des Lebens, als vielmehr sein Exzess uber den Tod hinaus: die paradoxe Unfahigkeit der Toten zu sterben, ihr verstorendes Auftauchen in der Welt der Lebenden. Als unheimliche Zwischenwesen verweisen die Untoten auf eine Dimension des Daseins, die in die soziale und kulturelle Realitat nicht integrierbar ist, sie aber mit Insistenz heimsucht und untergrabt. Der vorliegende Band lotet den Topos des Untoten in seiner privativen ebenso wie in seiner konstitutiven Dimension aus, um seine Herausforderung fur das gegenwartige Denken zu erkunden.