Selbstorganisation ist zu einem Leitbegriff verschiedener Disziplinen geworden und inspiriert Naturwissenschaftler ebenso wie Geistes- und Sozialwissenschaftler. Selbstorganisation scheint sich zunehmend als eine geeignete Strategie anzubieten, um komplexe Systeme besser zu verstehen - von der Betriebsorganisation uber kunstliche Welten bis hin zu fremden Ethnien. An den Begriff knupfen sich philosophische Versprechungen einer neuen Einheit der Wissenschaften: Jenseits der spezialisierten Einzeldisziplinen weckt er Hoffnungen auf eine gemeinsame Beschreibungssprache. Der vorliegende Band uberpruft die Moglichkeit des Begriffs- und Methodentransfers zwischen den Disziplinen und fragt nach Einheit und Vielfalt der Selbstorganisations-Konzepte. Dabei kommen auch Praktiker zu Wort: Okonomen, Politiker und Ethnologen schildern, worin fur sie der Reiz der Arbeit mit dem Denksystem Selbstorganisation besteht. Psychologen, Geschichts- und Rechtswissenschaftler, Soziologen, Biologen und Physiker machen deutlich, ob und wie diese Herangehensweise ihre Disziplinen verandert. Das Buch stellt damit Leistungen und Grenzen transdisziplinarer Forschung dar.