"Die "Kulturrevolution" von Mai 1966 bis zum Oktober 1976 hat Partei, Land und Volk die schwerwiegendsten Reckschlage und Verluste seit Grendung unserer Volksrepublik gebracht." So beginnt die Resolution der Kommunistischen Partei Chinas, die 1981 eine abschliessende Beurteilung versuchte. Die Schwierigkeit, reckblickend eine angemessene historisch-politische Einschatzung zu geben, gilt ebenso fer die Beurteilung der psychologischen Folgewirkungen bei den betroffenen Menschen. Dazu dokumentiert dieser Band eine multidisziplinare Untersuchung, die sinologisch, sozialpsychologisch und psychoanalytisch den meist untergrendigen psychischen Nachschwingungen dieses chinesischen Zivilisationsbruches nachgeht. Die Autoren erkunden den Umgang der Chinesen mit den Gewalterfahrungen, die Probleme der kollektiven Erinnerung und deren individuelle Verarbeitung sowie die psychotraumatischen Folgen bei Zeitzeugen und ihre transgenerationale Weitergabe.