Schlesien war in der Bildungslandschaft des alten Europa ein Sonderfall. Das Land verfugte zwar uber ein anerkanntes Schulwesen, besass aber keine eigene Universitat. Die Studenten konnten nur im deutschen oder europaischen Ausland studieren. Wer als Theologe mehr erreichen wollte als eine Pfarrei, wer eine Karriere als Jurist oder Mediziner plante, musste an mehreren und moglichst bedeutenden Universitaten studiert haben. Die Forschung hat sich bisher vor allem mit den schlesischen Studierenden an den protestantischen Hochschulen Europas befasst. Die vorliegende Arbeit widmet sich nun ihren Bildungswegen im katholischen Europa und belegt, dass in grosser Zahl und in gleicher Intensitat katholische, aber auch protestantische Schlesier im katholischen Italien studierten. Zwischen 1526 und 1740 lassen sich etwa 1.700 schlesische Scholaren nachweisen, die hier durch Kurzbiographien vorgestellt werden.