Die Biographie des Rechtswissenschaftlers Rudolf Jhering - ein faszinierendes Leben, ein kuhner Gedanke: das Recht als gesellschaftliches Bewusstsein jenseits von Gott und Gesetz. Rudolf Jhering (1818-1892) war einer der einflussreichsten Denker des 19. Jahrhunderts. Drei Jahrzehnte lang hat Michael Kunze an dieser Biografie gearbeitet, die das Leben und Werk eines Mannes schildert, der das Recht neu dachte: jenseits von Gott, Gewissen und Gesetzbuchern. Inspiriert vom Siegeszug der Naturwissenschaften suchte Jhering nach einer wissenschaftlichen Begrundung des Rechts. Er verstand es als Produkt historischer Erfahrungen und gesellschaftlicher Uberzeugungen - wandelbar wie die Gesellschaft selbst. Seine Vorstellung eines unsichtbaren Rechts war der Gegenentwurf zum Positivismus seiner Zeit. Dieses Buch stellt Jherings Ideen in den Kontext seiner Epoche und seines bewegten Lebens. Es erzahlt von einem Gelehrten, der das Recht als lebendigen Ausdruck des kollektiven Bewusstseins begriff - und der bis heute nachwirkt. Seine zentrale Frage ist aktueller denn je: Gibt es ein uber den Gesetzen stehendes Recht?