Rhythmus ist die Form dessen, was unbestandig, vielfaltig, mannigfaltig ist. Beitrage von Samuel Weber, Ulrike Ha, Esa Kirkkopleto und anderen untersuchen die asthetische und politische Dimension von Rhythmus in Theater, Literatur, Musik und Film. Emile Benveniste nennt den Rhythmus die improvisierte, momentane und veranderliche Form . Rhythmus entsteht durch Unterbrechungen, durch Abstande und Differenzen; erst als Rhythmus kann ein gemeinsamer Zeitraum sinnlich wahrnehmbar werden. Theorien des Politischen sind seit Plato fast ausnahmslos implizite Theorien des Rhythmus. Deshalb ist wiederum eine Reflexion des Rhythmus notig, um das Politische der Kunst - und insbesondere des Theaters - neu zu denken. In Holderlins Texten zur Tragodie, bei Sophokles, Kleist, Novalis, Benjamin, Rilke, Rossellini, Deleuze/Guattari und im Theater der Gegenwart suchen die Autorinnen und Autoren des Bandes nach den Formen des Unbestandigen.