Der Begriff der Prosa bietet wohl das einzige Beispiel fur einen rhetorischen Terminus, der zu einer Leitmetapher der Moderne avancierte. Seit dem 18. Jahrhundert eignet diesem Begriff ein irreduzibler Doppelsinn: Einerseits bezeichnet er eine (schrift-)sprachliche Ausdrucksweise, die im Unterschied zum Vers metrisch nicht gebunden ist, andererseits eine Denkweise und eine Verfassung der modernen Welt, die in dieser ungebundenen Ausdrucksweise die ihr angemessene sprachliche Form findet.Die Beitrage des vorliegenden Bandes erkunden diesen Zusammenhang aus einer interdisziplinaren Perspektive unter Bezug auf literarische und historiographische Prosa sowie die Prosa des Rechts.