Ekklesiologie - die Lehre von der Kirche, oder Reflexion der Kirche uber sich selbst . Doch was verstehen wir eigentlich unter Kirche ? Offen und spannungsvoll bleibt die mehrschichtige Bedeutung des Wortes: zum einen Kirche als Gebaude, als Haus Gottes - zum anderen Kirche als Communio , als Gemeinde, als Volk Gottes. Ekklesiologie ist der dogmatische Traktat, der sich mit der Kirche beschaftigt. Nach dem Modell von Staatstheorien geht es um die Grundung dieses besonderen Gemeinwesens, seine Eigenschaften, Aufgaben, Strukturen.Die Poetische Dogmatik schlagt auf diesem in der Moderne vielbefahrenen Terrain einen eigenen Weg ein. In der bekannten Vieldeutigkeit des Wortes Kirche als Institution und Gebaude sowie als Uberbegriff fur Gottesdienste und kirchliche Amtstrager fallt ihr zuerst die architektonische Bedeutung ins Auge. Die ekklesiologische Reflexion macht sich fest an der Kirche als Bau und Raum. Die Erwartung geht dahin, dass sich in der Einweihung und Einrichtung, der Wahrnehmung und Nutzung gebauter Kirchen etwas von der Ausrichtung des Denkens, Handelns und Empfindens derer zeigt, die sie bauen, bewohnen, besuchen. So wird beispielsweise die Verbindung von Einrichtungen und dem Gefuge, das sie reprasentieren, hergestellt, wie etwa beim Altar als Gefuge der Heiligkeit. In diesem Sinne geht es um eine ortskirchliche Ekklesiologie, deren Absicht es ist, die groen politologischen Fragen mit den architektonisch-konkreten in Verbindung zu bringen.