Friedrich Rudolf Hohl (1916-1979) war der engste Freund des Soziologen Niklas Luhmann. Auer ihrem Studienfach (Jura) teilten Hohl und Luhmann die Liebe zur Philosophie und zur Kunst. Der geistige Austausch war der Motor ihrer Beziehung.Nachdem Hohl, von Schmerzen gequalt, in den 60er Jahren seine Tatigkeit als Jura-Dozent aufgeben musste, konzentrierte sich sein Leben auf das Schreiben von Gedichten. Luhmann bestarkte ihn darin. Seinen Vorschlag, die Gedichte zu veroffentlichen, setzte Hohl nie in die Tat um. Hohls Nachlass, aus dem diese Erstveroffentlichung schopft, umfasst etwa 470 handgeschriebene Gedichte. Niklas Luhmann bezeichnete die Gedichte seines Freundes Hohl als Denkgedichte . Der wichtigste Beruhrungspunkt war fur die beiden Freunde die von Luhmann kreierte Systemtheorie, deren Kerngedanken Hohl in die poetische Sprache einzufuhren versuchte.