Das therapeutische Potential von Placebos rückt immer mehr in den Fokus systematischer Forschungsbemühungen. Aus interdisziplinärer Sicht widmet sich Annabelle Wolf der Frage der rechtskonformen Nutzung von Placebos nach den Regelungen des Behandlungsvertragsrechts gemäß §§ 630a-h BGB. Die rechtliche Betrachtung erfolgt auf der Grundlage medizinischer, psychologischer und ethischer Erkenntnisse. Die Besonderheiten bei der Aufklärung und Einholung der Einwilligung des Patienten stehen dabei im Vordergrund. Klärt der Behandelnde den Patienten über die Gabe eines Placebos auf, so verhindert er dadurch möglicherweise den Placebo-Effekt und somit den potentiellen Heilerfolg. Verschweigt er die Placebo-Behandlung, so sieht er sich haftungsrechtlichen Risiken ausgesetzt. Die Autorin zeigt Wege aus diesem Aufklärungsdilemma bei Placebo-Therapien auf.