Auf welche Weise markieren, ubertragen oder konstituieren Medien die Sakralitat erfahrbarer Orte? Fur das Verstandnis der christlichen Kultur des Mittelalters ist diese Frage zentral. Der Band erhellt aus interdisziplinaren Perspektiven, wie Medium, Imagination und Affekt spatiale und sakrale Erfahrung verbinden. Bereits in der Spatantike werden die Orte von Christi Passion als heilige Statten medialisiert. Im Mittelalter kommt ihnen eine Logik ubertragbarer Heilswirkung zu, die den Umgang mit weiteren Orten pragt. Stadte, Kloster und Kirchen organisieren sich baulich und rituell auf Basis vorgangiger sakraler Topographien; Liturgien, Prozessionen, geistliche Spiele bringen sie vor Ort zur Geltung. Wie sind Rolle und Verhaltnis konkreter, imaginarer, virtueller und affektiver Raume in Praktiken der Sakralisierung dabei zu konzipieren? Der Blick auf historisch spezifische Konstellationen eroffnet Perspektiven, die zum kulturwissenschaftlichen Raumdiskurs beitragen.