Seit den 1970er Jahren ist die Theorie des Gesellschaftsvertrags wieder zur dominanten Begrundungsstrategie politischer Legitimitat geworden. Im Rahmen dieser Entwicklung haben okonomische Elemente wie die Entscheidungs- und die Spieltheorie, aber auch der okonomische Rationalitatsbegriff Eingang in die Politische Philosophie gefunden. Zeitgleich findet innerhalb der Wirtschaftswissenschaften der Versuch statt, die Anwendung okonomischer Methoden auf nichtwirtschaftliche Zusammenhange auszuweiten. Diese beiden Entwicklungen kreuzen sich im Versuch verschiedener Denker, die Theorie des Gesellschaftsvertrags in ihrer Breite okonomisch zu rekonstruieren. Das Buch will am Beispiel des umfassendsten Versuchs, diesen so genannten "e;okonomischen Ansatz"e; fur die Vertragstheorie fruchtbar zu machen, James Buchanans Entwurf einer Konstitutionellen Politischen Okonomie, Starken und Grenzen desselben ausloten. Entgegen der gangigen Praxis wird dabei versucht, den methodischen Ansatz der Okonomie nicht eo ipso mit einer unerlaubten Okonomisierung, einem Okonomismus, gleichzusetzen, sondern vielmehr den Versuch einer methodischen Innovation vorurteilsfrei zu evaluieren.