Der "Neocalvinismus" wird bisweilen auf eine antimodernistische niederlandische Bewegung reduziert. Die internationale Vernetzung ist bisher wenig erforscht. Der vorliegende Band widmet sich dieser Aufgabe und verfolgt dabei das Ziel, die internationale Bedeutung des Neocalvinismus, die Netzwerke, Gesprachskonstellationen sowie die theologischen Entwicklungen und Formationen in europaischen und aussereuropaischen Kontexten nachzuzeichnen. Ausgangspunkt ist die These, dass der Neocalvinismus eine durchaus vielgestaltige, europaisch vernetzte Form kritischer Zeitgenossenschaft darstellte, die versuchte, in der (Spat-)Moderne aus der Selbstvergewisserung der eigenen konfessionellen Identitat heraus gegenwartsbedeutsame kirchlich-theologische und gesellschaftspolitische Impulse zu geben.