Die Literatur der Gegenwart zeichnet sich durch eine zunehmende Uberschreitung von Tabugrenzen aus. Darstellungen von Sexualitat erweisen sich dabei als jenes Feld, in dem sich ein Tabu uberschreitendes Schreiben paradigmatisch erprobt - zweifelsohne nicht zuletzt aus marktstrategischen Grunden: sex sells. Diese Entwicklung lasst sich nicht nur in der Literatur beobachten, sie betrifft auch die Bereiche der bildenden und nicht zuletzt der sog. trivialen Kunste (Comic, Popmusik), auf die die kunstleri-schen Inszenierungen der hohen Kunst' oftmals in programmati-scher Weise reagieren bzw. die sie integrieren. Am Beispiel der spezifischen Darstellung von Sexualitat in der gegenwartigen Literatur und Kunst von Kunstlerinnen setzen sich die Beitrage mit den unterschiedlichen For-men der Inszenierung des Tabubruchs als einem konzeptuell naher zu bestimmenden Verfahren der Post- und Nachpostmoderne auseinander.