Ein Tagebuch mit Seltenheitswert im Spannungsfeld zwischen Wiener Zentrum und der Peripherie des Kustenlandes. Die zehn Hefte des Tagebuchs dokumentieren den Aufstieg Lodovico Rizzis (1859 1945) zum Landeshauptmann von Istrien und einflussreichen Reichsratsabgeordneten in Wien. Sie reflektieren die Denkund Handlungsmuster der italienisch-nationalliberalen Elite des osterreichischen Kustenlandes. Mit Rizzis Diarium kommt gleichzeitig das Funktionieren des osterreichischen Kaiserstaats zum Vorschein das Handeln der Regierungen und der Verwaltung in ihren Beziehungen zu den peripheren autonomen Institutionen und zu den gewahlten Vertretern Istriens. Zugleich legen die Tagebuchaufzeichnungen die Schwachen eines burokratischen Verwaltungsstaates offen, der seine "e;Leistungen"e; fur Istrien nicht gliedert, "e;halbe"e; Plane und Prufungen zur Forderung der wirtschaftlichen Entwicklung in die Lange zieht und diese Planungen nicht mit der autonomen Landesverwaltung koordiniert.