Im Gehor dringt die Welt korperlich in den Geist ein. Der Gehor-Gang ist als Vor-Zimmer des Geistes (Johann Heinrich Zedler) Ort des commercium mentis et corporis. Anders als der Gesichtssinn steht das Gehor immer offen. Musik und Gerausch, so Kant, drangen sich dem Menschen auf, indem sie ihn durchdringen und zum Lauschen zwingen. Der vorliegende Band befasst sich literatur- und medienwissenschaftlich mit dem Lauschen und seiner Offenheit, wie sie theoretisch im Nachgang von Giorgio Agambens Das Offene und Jean-Luc Nancys Zum Gehor diskutiert worden sind.