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Krieg, Gesellschaft Und Kz: Himmlers Ss-Baubrigaden
Tallenna

Krieg, Gesellschaft Und Kz: Himmlers Ss-Baubrigaden

Kirjailija:
sidottu, 2005
saksa
Die KZs: isolierte, beinahe geheime Lager, in denen die SS unbemerkt ihre grenzenlose Gewalt entfalten konnte? Stimmt dieses Bild? Wie erkl rt sich, da das von Unterversorgung und extremen Gewaltverh ltnissen gepr gte Lagersystem auch dann noch funktionierte, als es mit hunderten von Au enlagern sichtbar in die ffentlichkeit drang ? Am Beispiel der "SS-Baubrigaden", die als mobile Kommandos mit KZ-H ftlingen ab dem Herbst 1942 zu Aufr umarbeiten, zum Bergen von Leichen und zum Bombenr umen in rund f nfzig St dte und Gemeinden des Reiches geschickt wurden, wird das Verhalten der deutschen Gesellschaft am Lagerzaun ausgelotet. Einbezogen wird die Geschichte der ab Herbst 1944 als "Konzentrationslager auf Schienen" aufgestellten SS-Eisenbahnbaubrigaden. Das Buch stellt erstmals diese Au enlager dar, f r die m nnliche H ftlinge aus Auschwitz, Buchenwald, Dachau, Neuengamme und Sachsenhausen herangezogen wurden. Sie entwickelten sich aus den Pl nen des Reichsf hrers SS Heinrich Himmler, mit mobilen H ftlingsarbeitern "den Osten deutsch zu machen", Pl ne, die dann aber angesichts des alliierten Bombenkriegs im Westen des Reiches ge ndert werden mu ten. Andererseits war da die gro e Nachfrage der kriegszerst rten Kommunen nach Hilfskr ften f r die Tr mmerbeseitigung. Entsprechend deutlich wird die enge Kooperation von St dten wie Berlin, Bremen, D sseldorf, Duisburg, Hamburg, Osnabr ck, Wilhelmshaven und Wuppertal) mit der SS bei der Einrichtung und dem Betrieb der Lager. Auch den Lebensbedingungen in den Lagern geht die Autorin nach. Warum starb in dem einen Lager "nur" ein H ftling, w hrend in einem andern jeder dritte sein Leben verlor? Ein Vergleich der unterschiedlichen Gesellschaften, in die die Lager eingebettet waren (die Baubrigaden waren auch im besetzten Frankreich, Belgien und auf den Kanalinseln eingesetzt) zeigt: Es war die deutsche Kriegsgesellschaft selbst, die einen Teil des Lagerzauns bildete. Die SS-Baubrigaden waren aber auch Zeugnis f r die dynamische Ausbreitung des KZ-Systems, die durch die Kooperation von Hans Kammler, dem Leiter des SS-Bauwesens, und Albert Speer, dem R stungsminister, ab 1943 einsetzte. Sowohl bei der Verlagerung der R stungsindustrie unter die Erde als auch bei der Produktion und dem Einsatz von V-Waffen sollten die SS-Baubrigaden eingesetzt werden. Hunderte von H ftlingen starben, weil die Option auf den "Endsieg" bis in die letzten Kriegstage hinein aufrecht erhalten wurde. Das gut geschriebene Buch legt die gesellschaftliche Verankerung der KZs offen und ist damit ein wichtiger Beitrag f r eine "Sozialgeschichte des Terrors", die das berlieferte Bild einer Gesellschaft, die bei den Verbrechen immer nur daneben gestanden hat, demontiert.
Kirjailija
Karola Fings
ISBN
9783506713346
Kieli
saksa
Paino
8129 grammaa
Julkaisupäivä
1.3.2005
Kustantaja
Brill Schoningh