Die Pflege und der Umgang mit erkrankten Mitmenschen haben sich im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt. Jens Hartz beleuchtet umfassend die Geschichte der Krankenpflege in der griechisch-romischen Antike bis zur fruhchristlichen Zeit aus althistorischer Perspektive. Er zeigt die Entwicklung der Pflegepraktiken von der Unterstutzung durch Familienangehorige, Sklaven sowie medizinisches Personal bis hin zu institutionellen Formen der Krankenpflege und der Veranderung durch christliche Wohltatigkeit auf. Hartz widerspricht der etablierten Meinung aus der Medizin- und Religionsgeschichte, dass die europaische Pflegegeschichte erst mit dem antiken Christentum begann. Er untersucht die medizinischen Texte von Hippokrates bis Galen sowie antike Berichte uber Seuchen, Gerichtsreden, Historien, Briefe, philosophische und religiose Texte und Inschriften. Diese liefern ihm wertvolle Informationen zu Patienten und pflegenden Personen. Eine kritische Reflexion uber die Umsetzung von Krankenpflege und Wohltatigkeit durch das antike Christentum rundet schliesslich die Neuinterpretation der Krankenpflege in den Lebenswelten der paganen Antike ab.