Obwohl die Bildungsstandards hohe Anspruche hinsichtlich der Vermittlung von Bewertungskompetenz und naturwissenschaftlicher Grundbildung formulieren, existieren bislang kaum konkretisierte Handlungsanweisungen fur Lehrende. Im Rahmen des Design-Based Research-Ansatzes wurde daher eine Unterrichtskonzeption entwickelt und erprobt, die eine kritische und wissenschaftlich fundierte Auseinandersetzung mit pseudo- bzw. unwissenschaftlichen Kontexten in den Blickpunkt ruckt. Im Zentrum der Konzeption choice2reflect steht die Erarbeitung wissenschaftlicher Prinzipien, Prozesse sowie Denk- und Arbeitsweisen; diese werden in Form von wissenschaftlichen "Prufkriterien" fur eine rationale Urteilsfindung nutzbar gemacht. Hierbei fliessen wissenschaftstheoretische, entscheidungspsychologische und fachdidaktische Aspekte mit ein. Die Anwendung der Prufkriterien erfolgt am Beispiel der Homoopathie, die ein unwissenschaftliches alternativmedizinisches Konzept darstellt. Analysen der Erprobungen zeigen intuitive Zugange seitens der Lernenden bei der Erarbeitung und Nutzung wissenschaftlicher Denk- und Arbeitsweisen und deuten darauf hin, dass die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse in Entscheidungsprozesse der Schulerinnen und Schuler einfliessen. Die Prufkriterien erweisen sich dabei als sinnvolle Werkzeuge zur Etablierung eines wissenschaftlichen Weltbildes.