Die Publikation analysiert die Konstruktivitat von verfuhrerischer Weiblichkeit in Texten aus der Romantik, dem Fin de Siecle sowie der Literatur und dem Kino des 20. Jahrhunderts als Projektion eines Betrachters, der, ahnlich der ovidischen Sagengestalt Narziss, die Frau als Spiegel der eigenen Begierde benutzt. Angereichert mit Fallbeispielen aus Oper und Musik sowie aus Mode und Bildender Kunst wird die Konstellation Narziss - Verfuhrerin als Chiffre einer selbstreflexiven Kunst aufgespurt, die dem fruhromantischen Schopfungsdiktum unterworfen ist. Die Frau, als Oberflache oder Tableau Vivant, dient dazu, andere Kunste intermedial zu zitieren, um die Grenzen des eigenen Mediums zu sprengen und ein Gesamtkunstwerk zu schaffen, das auf sich selbst verweist.