Searles einflussreiche Institutionentheorie gibt eine Antwort auf die Frage, auf welche Weise Institutionen wie Sprachen, Spiele, Geld und Eigentum in ihrer Existenz von handelnden Personen abhangen. Zentral fur seine Theorie ist der Begriff der konstitutiven Regel. Wir verhelfen der institutionellen Realitat zur Existenz, indem wir Regeln akzeptieren, die fur viele unserer alltaglichen Handlungen konstitutiv sind: Ohne die Akzeptanz dieser Regeln konnten wir weder Versprechen geben noch konnten wir Geschenke machen, Apfel kaufen oder Poker spielen. Daraus ergeben sich nach Searle wichtige Konsequenzen fur die Frage, welche Rechte und Pflichten Personen im Rahmen von Institutionen haben. Die Autorin analysiert Searles Begriff der konstitutiven Regel, diskutiert die von verschiedenen Seiten geubte Kritik an Searles Unterscheidung zwischen konstitutiven und blo regulativen Regeln und geht der Frage nach, wie man dafur argumentieren kann, dass es Regeln gibt, die fur eine Aktivitat konstitutiv sind. Aufbauend auf der Analyse des Begriffs der konstitutiven Regel wird eine Antwort auf die Frage gegeben, in welchem Sinne institutionelle Tatsachen als normative Tatsachen bezeichnet werden konnen. Diese Frage ist interessant, weil Searles institutionelle Tatsachen eine grundlegende Rolle fur unser Handeln spielen.