Das Management der Komplexitat in der Produktionslogistik ist sowohl aus theoretischer als auch aus praktischer Sicht eine der schwierigsten Aufgaben der Logistik. Seine Bedeutung ist unumstritten, zumal das stetige Wachstum der Komplexitat eine Art Naturgesetz zu sein scheint. Mit zunehmender Kundenorientierung stiegen seit den 70er Jahren die Anzahl der Produkte und Produktvarianten sowie die Individualisierungsanforderungen stark an. Kaum bewaltigt, so stellen sich unter dem Schlagwort des Supply Chain Managements neue Herausforderun gen. Betriebs- und unternehmensubergreifend sollen die Logistikprozesse koordiniert und flussorientiert gestaltet werden. Die Vielzahl der Knoten und Kanten solcher Netzwerkbezie hungen bedingen eine erneute Komplexitatssteigerung. Der Verweis auf Supply Chain Mana gement Software, die die unternehmensubergreifende Abstimmung gewahrleisten soll, er scheint im historischen Vergleich wie die vor Jahren gehegte Hoffnung, PPS-Systeme und das CIM wurden die innerbetrieblichen Koordinationsprobleme losen. Obwohl jeder weiss, dass sich diese Hoffnungen kaum erfiillt haben, verspricht man sich von neuen unternehmensuber greifenden Computersystemen eine Losung der Komplexitatsprobleme. Die vorliegende Arbeit folgt keinem modischen Trend, sie geht einen anderen, grundsatzli cheren Weg. Ausgehend von einer kritischen Analyse der Schwachen der PPS-Systeme wird auf Basis der Systemtheorie ein Ansatz flir die flussorientierte Gestaltung und Lenkung von Produktionssystemen entwickelt. Dieser hat das Ziel, das Problem der Komplexitatssteige rung als Konsequenz zunehmender Individualisierungsanforderungen zu losen. Hierzu wird zunachst ein eigenstandiges Rahmenkonzept entwickelt, das die Einflussfaktoren der Kom plexitat, die Beschreibung der Eigenschaften von Produktionsbereichen sowie die organisato rische, planerische Fragestellung behandelt."