Barthes' Denken kreist um die Frage, ob und wie es eine Evidenz des Realen in Literatur und Kunst geben kann. Dieses imaginare, ja gespenstische Rauschen des Sinns kann nicht gewusst, sondern nur er- fahren werden: in der Sprache der Trauer, mit horenden Fingerspitzen oder dem genieenden Korper.Roland Barthes' Texte sind auch 30 Jahre nach seinem Tod noch richtungsweisend, wenn es um das Verhaltnis der Sprache zum Realen geht. Dessen Widerspenstigkeit wurde nun von den fuhrenden Barthes-Spezialisten unter- sucht. Sie loten dabei sogar die Interpretationsmoglichkeit literarischer Inszenierung von realer Widerstandigkeit aus: die Darstellung von Liebe und Gewalt, Sex und Gender, Korperlichkeit und Affekt, Gewalt oder Subjektivitat im Text.