Wer waren die Menschen, die in den ehemaligen deutschen Ostgebieten nach 1945 angesiedelt wurden? Sind sie freiwillig gekommen? Wie lange dauerte es, bis der neue Wohnort zu einem Zuhause wurde?Die in diesem Band gesammelten Berichte von Zeitzeugen schildern den Alltag der Nachkriegszeit im Oderraum. Zehn Jahre nach Kriegsende aufgeschrieben, wurden die Texte im sozialistischen Polen aufgrund ihres kritischen Tons nicht zur Veroffentlichung freigegeben. Sie geben aus der Perspektive eines Lehrers, eines Burgermeisters, einer Verwaltungsbeamtin, eines Bauern und anderer Einblick in beruhrende menschliche Schicksale. Nach der oft traumatischen Erfahrung des Krieges und der erzwungenen Migration wurden die Neuburger mit dem deutschen Erbe an ihrem neuen Wohnort konfrontiert. Die Aneignung des fremden Kulturraums erwies sich als eine komplexe und langwierige Aufgabe. Die packend authentischen Zeitzeugenberichte werden von zahlreichen Fotografien und Erlauterungen begleitet, in denen uber den politisch-kulturellen Hintergrund, Probleme der Erinnerungskultur sowie die Umstande der Entstehung dieser einzigartigen Egodokumente berichtet wird.