Der Eintritt in neue Markte, insbesondere in Mittel- und Osteuropa, ist betriebswi- schaftlich wie gesellschaftspolitisch von hoher Brisanz. Die Arbeit von Frau Krenn untersucht solche Markteintritte und greift zur Erklarung auf die institutionalistische Organisationstheorie zurCick. Diese Theorie besagt, dass ein Untemehmen seine Markteintrittsentscheidungen davon abhangig macht, dass bereits ein Dritter, der mit ihm in Beziehung steht, diese getroffen hat. Die Arbeit gilt damit nicht den (Erst-) Innovatoren, sondern den Nachahmem (Imitatoren), die ihr Handein an Vorbildern orientieren. Sie tun dies aus wirtschaftlichen Uberlegungen heraus Oder auch nur deshalb, urn sich nicht ins Abseits zu begeben. Die Arbeit ist originar, da sie erstmals dieses soziale Erklarungsmuster fur Markteintrittsentscheidungen heranzieht. Die Arbeit ist breit angelegt und bezieht als Vorbilder, die nachahmenswert sind, nicht nur branchengleiche Untemehmen mit ein, sondern behandelt Netzwerkbez- hungen im Allgemeinen. Damit wird ein umfassender Erklarungsansatz geliefert, der uber bestehende Erklarungen zu positiven Externalitaten und Wettbewerbsuber- gungen hinausgeht. Zentraler Kern sind Vorstands- und Aufsichtsratsverflechtungen, die fur die Wahl des Markteintritts im Fokus der Arbeit stehen. Diese Fokussierung ist fur deutsche Untemehmen nach wie vor relevant, da die so genannte Deutschland AG" sich darin wieder findet."