Diese kulturgeschichtliche Studie analysiert den wissenschaftlichen Gehalt der Alchemie des Paracelsus, sie zeigt deren historische Kontexte auf und benennt zugleich Improvisationen uber die paracelsische Thematik, die bis in die Gegenwart reichen. In der kultur- und wissensgeschichtlichen Monographie werden Funktionsweise und Selbstlegitimierung der paracelsischen Alchemie untersucht. Es werden erstmals detailliert theoretische sowie praktische Zusammenhange zwischen den naturkundlichen und den religiosen (pseudo-)paracelsischen Aussagen aufgezeigt, die selbst die Materialkultur der Alchemie pragten. Durch die Methode der Genealogie kommen zudem Abgrenzungs- und Aneignungsbewegungen zur Darstellung, in denen diese Alchemie - als Haresie, Pseudowissenschaft oder aber naturnaheres Wissen - vom scholastischen Universitatswissen sowie vom aufgeklarten und modernen Wissen unterschieden bzw. vereinnahmt worden ist.