Diese Arbeit ubertragt erstmalig die zentralen Konzepte der Filmtheorie von Gilles Deleuze in umfassender Weise auf die Analyse von Video- und Computerspielen. Aufbauend auf der Zeit- und Wahrnehmungstheorie Henri Bergsons und der Videophilosophie Maurizio Lazzaratos werden Videospiele als Zeitkristallisationsmaschinen untersucht, die Wahrnehmungen, Erinnerungen und Affekte beeinflussen. Mit dem Begriff des videologischen Intervalls wird dabei ein Rahmen gespannt, der die elektronische Differenzmodulation von Wahrnehmungseindrucken mit dem offenen Horizont neuer Handlungsmoglichkeiten und der Produktion virtueller Erinnerungen verknupft. Entscheidend hierfur sind die neuartigen Verhaltnisse zwischen Korpern und Bildern, die in Videospielen erprobt und eingeubt werden. Sie sind beispielgebend fur die Strategien, mit denen elektronische Medien hybride Subjektivierungen hervorrufen.