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Gefangene Gesellschaft
Tallenna

Gefangene Gesellschaft

Wie entstand die moderne Freiheitsstrafe? War sie das Ergebnis einer sich überall ausbreitenden ominösen Disziplinarmacht? Und waren die seit der Frühen Neuzeit entstehenden Zuchthäuser und Strafanstalten abgeriegelte ?totale Institutionen?, in denen sich das Leben nur nach vorgegebenen Regeln bestimmte? Solchen Fragen geht Falk Bretschneiders Studie nach. Sie untersucht gesellschaftliche Diskurse und Veränderungen des Rechts ebenso wie institutionelle Praktiken, durch die es gelang, die Anstalten über die Zeit hinweg zu verstetigen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Alltag der Einsperrung und seinen materiellen Voraussetzungen: Das Zusammenleben von Insassen und Personal wird als ein von Ver-flechtungen geprägtes soziales Miteinander geschildert, zu dem Gewaltausübung und Zwang ebenso gehörten wie sexuelle Kontakte, Tauschbeziehungen, Aneignungen und Überschreitungen von Strukturen und Grenzen, Widerstand und kreative Umgehungen aufgestellter Regeln. In der Einsperrung, so das Ergebnis der Analyse, wurde unter den spezifischen Bedingungen eines institutionellen Ordnungsarrangements und unter der Voraussetzung ungleich verteilter Handlungschancen Macht behauptet und bestritten, Herrschaft ausgeübt und bezweifelt, diszipliniert und eigensinnig gelebt. Hier fand ?gefangene Gesellschaft? statt.
Alaotsikko
Eine Geschichte der Einsperrung in Sachsen im 18. und 19. Jahrhundert
ISBN
9783896696243
Kieli
saksa
Paino
820 grammaa
Julkaisupäivä
22.11.2011
Sivumäärä
636