Hans Schifferle (1957-2021) schrieb sein Leben lang uber Filme. Sein Verhaltnis zum Kino war von existenzieller Natur. Er wollte Kino erleben und nicht nur Filme schauen. Hans Schifferle akzeptierte keine Genregrenzen und fand auch in vermeintlich zweit- und drittklassigen Filmen einen Reichtum, den andere nur in anerkannten Klassikern sehen wollten. Dank seines immensen film- und kulturhistorischen Wissens, seines Stilbewusstseins, seiner analytischen Fahigkeiten und nicht zuletzt seiner konzentrierten Hingabe an den jeweiligen Film entstanden unter seiner Autorenschaft Filmkritiken und Essays, die lustvoll zu lesen sind und den cineastischen Horizont erweitern. Pragend fur Schifferles Akkulturation war die Munchner Kinoszene der 1980er Jahre, als mit dem Filmmuseum und dem Werkstattkino zwei au ergewohnliche Bildungsstatten auf sich aufmerksam machten, ein "e;Living Cinema"e;, das daruber hinaus eine neue Generation von Filmkritikern hervorbrachte. Schifferle veroffentlichte reichhaltig und breit gestreut: Er schrieb fur die "e;Suddeutsche Zeitung"e;, den "e;Kolner Stadt-Anzeiger"e;, fur "e;epd Film"e;, diverse Stadt- und Lifestyle-Magazine, er publizierte in Filmbuchern, Festivalkatalogen, in Publikumszeitschriften und cinephilen Spezialjournalen. Der vorliegende Band enthalt zahlreiche Texte von Hans Schifferle, Fotos und Dokumente sowie einen Essay von Ulrich Mannes.