Dieser Sammelband, der die Beiträge einer interdisziplinären Konferenz an der Universität Heidelberg enthält, beschäftigt sich mit der Ausbreitung der sogenannten "orientalischen Kulte" im römischen Reich. Das Konzept der "orientalischen Kulte" ist in den letzten Jahren vielfach diskutiert worden, weil hinterfragt wurde, ob die betreffenden Kulte tatsächlich eine kohärente Gruppe bildeten und bis zu welchem Grad man sie tatsächlich als "orientalisch" bezeichnen kann. Diese Diskussion spiegelt sich in den Beiträgen des Bandes wieder, welche sich auf die drei Kulte von Isis (und Osiris), Mithras und Iupiter Dolichenus konzentrieren. Von besonderem Interesse sind die (mutmaßlichen) Ursprünge dieser Kulte in Ägypten, Persien und dem nördlichen Syrien; die Ausbreitung und Anpassung innerhalb des römischen Reichs (durch eine bestimmte Art "religiöser Ströme"); ihr linguistischer und visueller Ausdruck sowie die Architektur und Dekoration von Heiligtümern und der mit ihnen verbundenen Rituale.