Der Judenhass ist alt, gro, machtig. Die Lehre nach Auschwitz hie einmal: nie wieder! Aber noch immer wirkt das antisemitische Ressentiment wie eine Seuche bis in die burgerliche Mitte unserer Gesellschaft. Kurt Oesterle in seinem Buch Eine Stunde ein Jude zeigt uberzeugend, wie Judenfeindlichkeit asthetisch und emotional funktioniert: ganzlich empathielos. Und er zeigt auch, dass es in der deutschen Literatur der letzten 200 Jahre einen Traditionsstrang gibt, der als Verteidigung des Judischen zu wurdigen ist. Und davon erzahlt Kurt Oesterle in seinem Geschichtenbuch eindrucksvoll kenntnisreich, mit viel Herz und Verstand, groem Engagement. Ein richtig wichtiges Buch.