In der Sprache spiegelt sich nicht nur historische Realit t, sie tr gt auch zur Konstituierung einer solchen bei. Umso erstaunlicher ist das bisherige Urteil einzusch tzen, dass die 'Aufst ndischen' des Jahres 1525 keine Bezeichnung f r ihre 'Erhebung' gefunden h tten. Der Umstand, dass die Beteiligten relativ ausf hrlich ber ihr Vorhaben schrieben und dabei mitunter sprachreflexiv die Frage nach der angemessenen Benennung stellten, erlaubt jedoch R ckschl sse auf ihre Vorstellungen zu einem Ereignis, das nur scheinbar ohne Namen blieb. Im Sinne der Historischen Semantik werden dabei Benennungsstrategien vorgestellt und die zugrundeliegenden Diskurse untersucht, die den idealisierten Vorstellungs- und Handlungsraum einer legitimen 'Erhebung' im heutigen S ddeutschland bildeten. Einen zweifellos negativen Blick auf die Geschehnisse bieten demgegen ber die zeitgen ssischen Geschichtsdarstellungen, die wie selbstverst ndlich die Vokabel des 'Bauernkriegs' verwenden, die erst gegen Ende der 'Erhebung' aufkam. Diese Texte, die zur Gattung der Bauernkriegsgeschichtsschreibung z hlen, werden erstmals als Genre vorgestellt, um das Bauernkriegsverst ndnis zu er rtern, das die Historiographie bis zum 19. Jahrhundert pr gte.