Die Reformation wird oft als religiose Erneuerung erzahlt - doch sie war ebenso eine politische Erschutterung, die Herrschaftsstrukturen in Frage stellte, Gemeinschaften auseinanderriss und Gewalt legitimierte. Dieses Buch zeigt, wie aus Luthers 95 Thesen ein Prozess wurde, der weit uber theologische Dispute hinausging: Fursten nutzten konfessionelle Spaltung zur Machterweiterung, Bauern beriefen sich auf Bibel und Freiheit gegen feudale Unterdruckung, Familien zerbrachen an der Frage von Glaube und Gehorsam. Auf Basis von Flugschriften, Ratsprotokollen, Briefen und Augenzeugenberichten wird deutlich: Die Reformation veranderte nicht nur Kirchenstrukturen, sondern auch das Verstandnis von Autoritat, Wahrheit und Zugehorigkeit. Das Buch verfolgt, wie religiose Gewissheit zu politischem Sprengstoff wurde und wie Menschen in einer Welt ohne konfessionelle Eindeutigkeit neue Orientierung suchten. Eine fundierte Analyse eines Umbruchs, der Europa fur Jahrhunderte pragte.