Der in den modernen Gesellschaften ausgepragte moralische Pluralismus macht es zunehmend schwieriger, das geltende Recht gegenuber allen Rechtsunterworfenen als legitim zu erweisen. Das Buch untersucht, mit welchen Argumentationsformen die Anhanger unterschiedlicher Moralen einander von der Akzeptabilitat eines bestimmten rechtlichen Rahmens uberzeugen konnen. Dazu gehort die Verstandigung auf eine Verfassung, die einen elementaren Schutz garantiert und Prozeduren fur die Losung von normativen Konflikten festlegt. Zudem wird deutlich, dass ein modernes Recht nur noch legitim sein kann, wenn es die Gefahr einer Tyrannei der Mehrheit mindert, indem es Moglichkeiten zur Regionalisierung des Rechts sowie zur Sezession bietet. Mit der abschlieenden Analyse der Toleranz als einer dem Legitimitatskonzept angepassten Tugend wird eine zentrale Anforderung an die Burger moderner Staaten prazisiert.