Ausgangspunkt der Untersuchung ist die Bedeutung des Lateinischen fur die deutsche Sprachgeschichte, konkret die Frage, ob und wie sich der in der Forschung immer wieder betonte sog. Einfluss des Lateinischen im Werk eines Autors manifestiert. Mit den Partizipialphrasen wird ein syntaktisches Phanomen herausgegriffen, systematisch erfasst und in deutschen sowie lateinischen Texten Sebastian Brants analysiert. Die grammatische Analyse ist in eine groere Auseinandersetzung mit Brants Sprachgebrauch und Umgang mit der Volkssprache und dem Lateinischen eingebettet, die neben sprach- auch literaturgeschichtliche Aspekte enthalt. Dafur werden zwei der Textensembles untersucht, die Brant zum selben Gegenstand auf Latein (in elegischen Distichen) und auf Deutsch (in Reimpaaren) verfasste und als Flugblatt oder schrift publizierte (das Donnerstein-Blatt sowie die Somnia- und Traum-Schrift). Verglichen werden sie auf funf Ebenen: Layout, Intentionsprofil (bes. Auerungsformen direktiver Sprechakte), Archive, Syntax und Stil. Mit dem Nachweis u. a. der eigenstandigen syntaktischen Gestaltung der deutschen und lateinischen Textfassungen leistet die Arbeit einen weiterfuhrenden Beitrag zur Diskussion des Verhaltnisses von Latein und Volkssprache.