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Der Tannhauser

224,90 €

Glaubt man den einschlagigen Handbuchern und Monographien, ist Selbstbezuglichkeit, also die Eigenschaft von Kunst und Literatur, auf sich oder Elemente ihrer selbst zu verweisen, ein Phanomen der Moderne. Dass es sich anders verhalt, auch wenn die Literatur des Mittelalters kaum einmal ihre poetische Praxis reflektiert hat, beweist nicht zuletzt diese Untersuchung zum Oeuvre des Tannhausers. Obwohl dessen Werk alle drei lyrischen Register - Leich, Minnesang und Spruchsang - bedient und damit professionelle Vielseitigkeit beweist, zumal der Tannhauser auch als Grenzganger' zwischen den verschiedenen Registern Gattungsexperimente unternimmt, ist er als Autor von der Forschung bisher oft nur randstandig beachtet worden, was unter anderem der Tatsache geschuldet sein mag, dass er bislang nicht in eine der groen Standardeditionen aufgenommen worden ist. Vor allem aber zeichnet sich seine Lyrik, was bisher so gut wie nicht in den Blick kam, durch eine komplexe Selbstbezuglichkeit aus: Das Spektrum reicht vom schlichten Bezug auf das Singen uber die Reflexion der pragmatischen Bedingungen fur die Kunst bis zum parodistischen Spiel mit Gattungsmustern. Die vorliegende Studie mochte zum einen systematisch Typen und Funktionen der Selbstbezuglichkeit in der Lyrik des Tannhausers herausarbeiten und damit einen Beitrag zur Poetik der nachklassischen' Lyrik leisten, zum anderen erarbeitet sie, nach einem forschungs- und begriffsgeschichtlichen Abriss, ein operationalisierbares theoretisches Fundament fur die nachfolgenden Untersuchungen. Drittens bietet sie, da die bisherigen Ausgaben modernen Anspruchen nur unzureichend genugen, die Texte der Handschrift C wie auch das ubrige Werk in einer neuen kommentierten Edition an einem Ort versammelt dar.

Kirjailija
Manuel Mildner
ISBN
9783752002294
Kieli
saksa
Julkaisupäivä
7.2.2023
Sivumäärä
333