Heute duschen wir taglich, doch jahrhundertelang galt Wasser als todliche Gefahr, die die Poren fur Krankheiten offnet. Der Kulturhistoriker Klaus Geier erzahlt in "e;Der Kampf gegen den Schmutz"e; die oft unappetitliche, aber faszinierende Geschichte der menschlichen Hygiene - von den parfumierten Perucken des Adels, unter denen es wimmelte, bis zur Erfindung der Kanalisation. Geier beleuchtet den dramatischen Wandel im 19. Jahrhundert, als Arzte wie Ignaz Semmelweis verspottet wurden, weil sie behaupteten, unsichtbare "e;Tierchen"e; wurden Frauen im Kindbett toten. Das Buch zeigt, wie Hygiene nicht nur eine medizinische, sondern eine soziale Revolution war: Die "e;Kehrwoche"e; und das saubere Hemd wurden zu Symbolen burgerlicher Moral. Dabei geht es nicht nur um Seife. Geier analysiert, wie die Angst vor Gestank die moderne Stadtplanung (breite Boulevards fur Luftzirkulation) pragte. Ein Blick auf die Geschichte unseres intimsten Alltags, der zeigt, dass unser heutiges Sauberkeitsempfinden eine sehr junge Erfindung ist.