Der Umgang mit staatlich verantworteten Menschenrechtsverletzungen in Autokratien stellt die Weltgemeinschaft noch immer vor gro e Herausforderungen. Weder ber milit rische (humanit re) Interventionen, Wirtschaftssanktionen noch ber die Variation bei den Entwicklungshilfeleistungen konnte in der Vergangenheit die angestrebte Verbesserung der Menschenrechte erzielt werden. Die juristische Durchsetzung internationalen Rechts stellt eine relativ neue Alternative f r die Weltgemeinschaft dar, eine Verbesserung der Menschenrechtslage in Autokratien herbeizuf hren. Der Autor berpr ft den von Menschenrechtsverfahren in Nachbarl ndern auf Autokraten ausgehenden Abschreckungseffekt. Im ersten Teil der Arbeit wird auf Basis der Selektoratstheorie die abschreckende Wirkung von Menschenrechtsverfahren auf die Repressionsentscheidung eines Autokraten spieltheoretisch modelliert. Das Ergebnis der Gleichgewichtsanalyse dieses spieltheoretischen Modells wird im zweiten Teil der Arbeit empirisch berpr ft. Dabei wird aufgezeigt, dass die Ausweitung der individuellen Rechenschaftspflicht von politischen F hrern in Autokratien eine regimetypspezifische Abschreckungswirkung entfaltet. Je nach Regimetyp kommt es mit einer ansteigenden Anzahl an Nachbarl ndern mit Menschenrechtsverfahren zu einer Verbesserung oder einer Verschlechterung der Menschenrechtslage. Folglich stellt die juristische Durchsetzung internationalem Rechts keine Ma nahme dar, mit der eine allgemeine Verbesserung der Menschenrechtslage in Autokratien erzielt werden kann.