Mit welcher Wucht (bewegte) Bilder es schaffen, sich Machtsystemen entgegenzustellen und auf soziopolitische Umstande einzuwirken, zeigt uns die Geschichte des transnationalen iranischen Art Cinema. Dieses Kino wachst seit seinen Anfangen in den 1960er-Jahren uber jedwede geografische, kulturelle und ideologische Einschrankung hinaus und setzt sich unverdrossen und wagemutig fur universelle menschliche Werte ein. In einem despotischen System wurde dieses Kino zur Stimme der Freiheit und wirkte auf gesellschaftlicher Ebene sogar zugkraftiger und aufklarender als das Medium Schrift. Wahrend das Wort im Munde der Mullahs zu einem Mittel der Heuchelei wurde, entleert von jeglichem kritischen Impetus und jeglicher Mundigkeit, bluhte das kritische Denken in den bewegten Bildern dieses Kinos auf. Anschlieend wurde das iranische Art Cinema im wortdominierten misogynen Mannerstaat zur auerst machtigen Waffe im Kampf der Frauen gegen die systematische Unterdruckung ihrer Rechte. Aufklarerische Dissidenz und Transnationalitat sind somit zwei Wesenszuge des iranischen Art Cinema, die in dem vorliegenden Buch genauer unter die Lupe genommen werden und fur eine grundlegende Auseinandersetzung mit diesem Kino sorgen.