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Alltagsgeschichte in Koreastudien

Alltagsgeschichte ist eine junge historiographische Richtung in Koreastudien, die in engem Austausch mit deutscher Alltagsgeschichte entstanden ist. Sie beschaftigt sich mit den kleinen Leuten in der Geschichte, die sich ihre Lebensbedingungen aktiv aneignen. Damit eroffnen sie moglicherweise neue Wege, konnen aber auch die gegebenen Umstande verstarken. In expliziter Absetzung zu den Masternarrativen - wie Modernisierung, Kapitalismus, Nationsbildung, Kolonialismus, Patriarchalismus und Kalter Krieg - in makrohistorischer Perspektive, erschlieen die in diesem Band versammelten Beitrage die individuelle Ausgestaltung der materiellen Realitat der kleinen Leute "e;von unten"e;. Wie sichern Yangban-Frauen ihre Erbschaft, wenn der vermeintlich verschollene Ehemann zuruckkehrt? Oder wie verteidigen Yangban-Witwen Grabstellen der Ahnen, wenn sie von anderen streitig gemacht werden. Was sagen die Majestatsbeleidigungen der Kolonisierten uber ihr Verhaltnis zu den Kolonialherren aus? Was gilt bei Mittelschulerinnen in den 1950er und 1960er Jahren als abweichendes Verhalten, das die offentliche Moral storte und wie sollte es kontrolliert werden? Wie hingen Wetterphanomene und physische Gewalt im bauerlichen Alltag in den 1960er und 1970er Jahren mit den lokalen Machtverhaltnissen und sozialen Dynamiken zusammen? Warum war die Bewegung Neues Dorf in den 1970er Jahren fur die Fuhrungspersonen vor Ort so religios-christlich gepragt? Wie konnten noch in den 1980er Jahren Straenkinder in groer Anzahl gewaltsam interniert und systematisch misshandelt werden? Warum fuhrte die Teilung Koreas zur Spaltung einer Gemeinde in Kyoto?Der vorliegende Band ist als Einfuhrung in die koreanische Alltagsgeschichte sehr gut geeignet.

ISBN
9783862059898
Kieli
saksa
Julkaisupäivä
16.9.2025