Die Autorinnen und Autoren analysieren und problematisieren die Konstruktion von Erziehungswirklichkeit und padagogischer Erkenntnis sowohl aus theoriegeschichtlichen Perspektiven als auch hinsichtlich dominanter Theoriefiguren im gegenwartigen erziehungswissenschaftlichen Diskurs. Diese Kampfe - 'Erkenntnispolitik' genannt - scheinen auf verdeckte und subtilere Art & Weise als noch vor Jahrzehnten ausgefochten zu werden und sind gegenwartig kaum Gegenstand des Nachdenkens. In der scheinbar ideologiefernen, von interesselosen Methoden gepragten postpolitischen Situation ist die Frage nach Wirklichkeitskonstruktion und Erkenntnispolitik gerade auch erziehungswissenschaftlich von Bedeutung. Denn in der zeitgenossischen, eher verscharften und auf vermeintlichen offensichtlichen Selbstverstandnissen beruhenden Bildungsdiskussion stellt sich die Frage, was denn wie mit welchen Mitteln von wem mit welchem Interesse als Erziehungswirklichkeit 'konstruiert' wird.