Im ersten Jahrzehnt des Kalten Krieges war die katholische Kirche in der DDR massiven religionspolitischen Anfeindungen durch das SED-Regime ausgesetzt. Die ostdeutschen Bischofe begegneten dem systematischen Aufbau des Sozialismus mit dem Bemuhen um kirchenpolitische Geschlossenheit sowie um Befestigung der Fundamente von Pfarrseelsorge und Caritas. Es gelang, in Erfurt eine kirchliche Hochschule als Mittelpunkt eines eigenstandigen Bildungsnetzwerkes einzurichten. Die meisten katholischen Jugendlichen blieben der Jugendweihe fern. Die internen Berichte und personlichen Briefwechsel der Bischofe und Kirchenfuhrer in der DDR dokumentieren vor allem den schwierigen Weg stiller Verhandlungen und Protest-Eingaben, den die katholische Diasporakirche wahrend der fruhen, von Diktaturkrise und globalem Ost-West-Konflikt bestimmten 1950er Jahren einschlug.