Bislang wurde die durch Hegels Asthetik angeregte Kunstgeschichtsschreibung global als eine in sich ungeschichtliche Uberfremdung historischen Wissens durch die philosophische Systematik kritisiert und weitgehend vernachlassigt. Dieses Verstandnis wird durch neu erschlossene Quellen zur Asthetik Hegels und des Hegelianismus korrigiert. Die in dem Band zusammengestellten Beitrage analysieren auf dieser veranderten Quellengrundlage den Zusammenhang zwischen einer kulturgeschichtlichen Bestimmung der Kunst in Hegels Berliner Asthetikvorlesungen und der Kunstgeschichtsschreibung der Hegelianer. Dabei lasst sich zeigen, dass beide Ansatze uber eine dogmatische Festlegung des Geschichtsverstandnisses durch ein vorgefertigtes philosophisches System hinausweisen. Der Band umfasst vier thematische Schwerpunkte, in denen neben den neuesten Ertragen der Quellenforschung zunachst die Anknupfungen der wissenschaftlichen Kunstgeschichte bei Hegel und dem Hegelianismus, Ansatze fur das konzeptionelle Zusammenspiel von Asthetik, Kunstgeschichte und Kunsttheorie und schlielich gegenwartige Debatten um die Aktualitat dieser Konzeptionen diskutiert werden.