Anachronismen werden ublicherweise als Fehler in der zeitlichen Zuordnung verstanden und konnen tatsachlich aus Unkenntnis oder Unachtsamkeit zustande kommen. Zugleich ist es aber auch denkbar, dass Elemente, die verschiedenen Zeitepochen anzugehoren scheinen, absichtsvoll in einer bestimmten Weise verbunden oder, wie der titelgebende Begriff der "e;Zeitmontage"e; versinnbildlicht, ineinander montiert werden. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes untersuchen die Formen und Funktionen solcher Zeitmontagen anhand von Beispielen aus der Alten Geschichte, der Archaologie und der Klassischen Philologie. Die Beitrage zeigen: Es lohnt sich, Anachronismen entgegen dem ersten Reflex als gezielt verwendete Gestaltungsmittel in den Blick zu nehmen und danach zu fragen, welche zusatzlichen Bedeutungsnuancen in der Verschrankung unterschiedlicher Zeitbezuge angelegt sind.