Die Gestalt des Blinden im Innern der Diskurse um das Sehen markiert die Spur einer Verwerfung. Sie besagt in nuce, dass hier etwas nicht stimmt. In der Tat geschehen an den Randern der Wahrnehmung seltsame Dinge. Es ereignen sich dort Uberlagerungen von Erscheinen und Verschwinden, die auf ein ungewisses Terrain fuhren. Mediale Settings, wissenschaftliche Instrumente und kunstlerische Entwurfe haben sich auf eben dieses Feld begeben, um eine Sichtbarmachung nach der anderen aus dem Dunkeln zu heben und damit auch die Kehrseite des Unternehmens standig wachzuhalten. Eben davon spricht ein jedes Blindengleichnis, wie es altere Generationen in biblischen Texten fanden und wie es das 20. Jahrhundert aus dem physiologischen Labor empfing. Jede Theorie des Sehens hat ihren zugehorigen Blinden, von dem her sie ihre genaueste Charakterisierung erfahrt.