Die naturwissenschaftliche Forschung braucht keinen Gott - und der Mensch? Mit den groartigen Erfolgen der Naturwissenschaft bei ihrem Bemuhen, die Weltratsel zu losen, gewann sie mehr und mehr die bis dahin ausschlielich von der Theologie in Anspruch genommene Deutungshoheit alles naturlichen Seins und Geschehens. Mit dem damit einhergehenden Wandel des Weltbildes verwischte sich fur viele das Bild Gottes, des Schopfers, bis zur Unkenntlichkeit. Und nicht nur fur Laplace wurde Gott zu einer Hypothese, die man nicht mehr zu benotigen glaubte. Hohe Zeit also, dass sich die Theologie endlich aus dem selbstgewahlten Ghetto befreit und den Dialog mit den Naturwissenschaften intensiviert und vertieft. Hohe Zeit aber auch fur die Kirche, ihre Position in der Welt, die Substanz des christlichen Glaubens und ihre Interpretation im Lichte gesicherter naturwissenschaftlicher Erkenntnisse zu prufen, im Dialog um ein verstehbares, umfassendes Weltbild zu ringen und den Menschen so wieder ein haltgebendes Fundament zu bieten.