Justine Diemke-Horst greift mit Fragen nach dem Vorkommen und der Bewertung von Depressionen in der Antike ein bislang in den Altertumswissenschaften noch kaum beachtetes Thema auf. In der Fachliteratur tritt die Depression als modernes Krankheitsbild hervor, was die Frage nach der longue duree der Krankheit verstarkt in den Vordergrund ruckt. Entgegen der in der Forschungslandschaft weit verbreiteten Idee, Depression als ein Konstrukt der Moderne zu fassen, greift das E-Book den heute unter dem medizinischen Begriff "e;Depression"e; eingefassten Gemutszustand als ein in der Antike bereits bekanntes Phanomen auf. Durch die Untersuchung zahlreicher antiker Quellengattungen gelingt es der Autorin, ein Inventar an Begriffen, mit denen Zustande der Schwermut beschrieben wurden, herauszuarbeiten und zu analysieren. Damit schlie t das E-Book nicht nur eine gro e Forschungslucke, sondern eroffnet zugleich die Chance, den Zustand der Depression als anthropologische Universalie neu zu denken und zu diskutieren.