Im Alltag begegnen wir Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, moralischen Vorstellungen sowie Problemlosungsstrategien. Diese Ansatze erleben wir haufig als gleichberechtigt mit der eigenen Einstellung. Dennoch stellt sich die Frage, ob tatsachlich alles relativ ist oder ob es auch Satze gibt, die unbestreitbar wahr sind. Wenn alles (insbesondere Wahrheit selbst) relativ ware, liee sich dies dann uberhaupt allgemeinverstandlich und allgemeingultig behaupten? Es ist ein altbekanntes Verfahren, dem mit Absolutheitsanspruch vorgebrachten Relativismus durch ein sogenanntes reflexives Argument zu begegnen. Reflexive Argumente stellen aber keinen direkten Beweis fur Letztbegrundung dar. Einen solchen Beweis kann es nicht geben, weil er immer von VorausSetzungen ausgehen wurde, die ihrerseits begrundet werden mussten. Wie in diesem Buch gezeigt wird, wird jedoch durch einen bestimmten Typ reflexiver Argumente deutlich, welche Bedingungen fur uns denknotwendig und damit unhintergehbar sind. Die Einsicht in die Notwendigkeit der als letztbegrundet ausgezeichneten Satze gelingt nur durch die Erkenntnis der allgemeinen Struktur (und damit VorausSetzungslosigkeit) reflexiver Argumentation. Dies ist vor allem deshalb erstaunlich, da jedes einzelne Argument abhangig bleibt von der Logik und Sprache desjenigen, der die Existenz absolut wahrer Satze bestreitet.