Studienarbeit aus dem Jahr 2021 im Fachbereich Medizin - Humangenetik, Note: 1,0, Georg-August-Universitat Gottingen (Institut fur Ethik und Geschichte der Medizin), Veranstaltung: Querschnittsbereich Geschichte, Theorie, Ethik der Medizin I, Sprache: Deutsch, Abstract: In dieser Arbeit sollen zunachst zwei rassenhygienische Manahmen des NS-Regimes skizziert und die Rolle der Arzteschaft thematisiert werden, um anschlieend der Frage nachzugehen, wo sich eugenische Ideen in der Gegenwart finden lassen und inwiefern sie noch heute arztliches Handeln beeinflussen konnen. Die Eugenik beschaftigt sich gema ihrem Ursprung als Wissenschaft mit Einflussfaktoren, die Erbanlagen einer Rasse im Laufe der Generationen verbessern und zu deren Entwicklung beitragen. Die Idee, dass die Gesellschaft bei der Entwicklung der Menschheit beispielsweise mit der Todesstrafe eine aktive Rolle ubernehmen sollte, postulierte der deutsche Forscher Ernst Hackel. In Deutschland etablierten sich die eugenischen Gedanken erfolgreich mit den sozialdarwinistischen Vorstellungen Hackels im Rahmen der 1905 gegrundeten Gesellschaft fur Rassenhygiene. Die Begriffe der Eugenik und der Rassenhygiene sind damit grundsatzlich verbunden. Allerdings sind die Forderungen der fruhen Bewegung der Rassenhygiene nicht gleichzusetzen mit den rassenhygienischen Vorstellungen der Nationalsozialisten, die sich erst spater mit Eugenikern am rechten Rand der Bewegung verbundeten. In der Folge gewannen die Eugenik und Rassenhygiene zunehmend an Bedeutung innerhalb der NS-Ideologie. Der eugenisch-gepragten Ideologie und den rassenhygienischen Ma nahmen der Nationalsozialisten fielen im Laufe des Regimes zahlreiche Menschen zum Opfer.